Konzept einer Burnout Prophylaxe


Mein Buch war natürlich nicht aus den Wolken gefallen. Ich habe vielen Menschen zugehört, was sie offensichtlich in den Burnout hineingeführt hat, was bei ihnen andersherum bei einer Neuorientierung aber erleichternd, stärkend, hilfreich wirksam gewesen ist.  So entstand ein Konzept der Burnout-Prophylaxe. Die Bausteine der Burnout-Prophylaxe sind gleichzeitig Prüfsteine. Wo verbrenne ich blindlings in meinem Lebensrhythmus? Wie lebe ich aufmerksamer?



             

Unten biete ich Ihnen das Material zu den Bausteinen 1 und 2...




10 Bausteine einer Burnout-Prophylaxe

Baustein 1

 

Pausenlosigkeit – auf dem Weg zu einer weiseren Lebensgestaltung

 

„Arbeiten und Muße halten und die gesunde Balance zwischen beiden, das macht eine weise Lebensgestaltung aus.“

 

„Ein aktives Leben braucht die kleine und die große Pause…

Die Pause kennt also viele große Schwestern und Brüder.“

 

„Der Mensch ist ein pausenbedürftiges Wesen.“

 

„Der Power-Mensch bleibt nur ein Power-Mensch, wenn er auch ein Pausen-Mensch ist.“

 

„Wenn ich am Strand sitze und zuhöre, wie die Wellen auf den Strand schlagen, fühle ich mich von jeder Verpflichtung befreit und denke, dass alle Völker der Welt ihre Verfassungen ohne mich ändern können.“          (Henry David Thoreau, US-amerikanischer                                                   Schriftsteller und Philosoph)

 


Ihre Erinnerungen an Ihre Pause …                       

Baustein 1 Tipps…

 

-           Ich nehme meine Pausen im Betrieb wahr. Ich lasse sie nicht untergehen.

-           Als im eigenen Hause selbstständig Tätige stelle ich mir eine Eieruhr zur Erinnerung an meine Pausenbedürftigkeit auf.

-           Die Tasse Tee mit meiner Lieblingszeitung in der Hand adelt jede Pause.

-           Ich habe meine Lieblingssprüche oder Verse vor mir stehen. Der Augenblick tut schon gut.

-           Meine Blume, mein Foto machen meinen Arbeitsplatz schon lebendiger und die Pause heller.

-           Am Bahnhof genieße ich jede Pause. Für mein Butterbrot und den Blick, den ich auf die vielen interessanten Menschen schweifen lasse.

-           Das Gespräch mit den Kolleginnen und Nachbarn ist gar nicht überflüssig. Es gehört zur guten Pausenkultur.

-           Gemeinsames Essen gehört zu den schönsten Pauseninhalten. Es vereint so viel Elementares.

-           Ich lasse meinen Urlaub nicht mehr ausfallen.

-           Die Pause mit einem Vereinbarungsgespräch mit Lehrerinnenkollegen oder die Absprachen über den Behandlungsplan bei Patientin Schmidt im

  Schwesterndienstzimmer sind keine Pause. Solch eine »Pause« ist Arbeit. Solche Pausen nenne ich nicht länger Pausen.

-           Ich möchte meinen Urlaub lieber nehmen als ausbezahlen lassen.

-           Der Urlaub mit Betriebs-Handy am Ohr ist Bereitschaftszeit. Habe ich das schon vergessen?

-           Hat mein Betrieb das vergessen?

-           Ich antworte nicht ständig auf SMS.

-           Ich lasse auch meine Kinder, meinen Partner, meine Mitbewohner wissen, dass ich nicht immer voll einsatzbereit bin. Ich brauche auch zuhause

  Pausen.

-           Ich nutze sogar die Zeit in der Supermarktschlange. Ich freue mich am Gemüse in meinem Einkaufswagen. Ich bin gespannt auf den anderen Reis,

  den ich das erste Mal kochen werde.

-           Ich entschuldige mich nicht für Pausen. Ich freue mich an Pausen.

-           Ich atme ruhig durch in meiner Pause. Sie tut gut, diese Pause.

-           Meine Lieblingspause ist …

 

 

 


                                                 

10 Bausteine einer Burnout-Prophylaxe

Baustein 2

 

Fehlende Anerkennung – auf dem Weg zu einer Kultur des Lobes

 

„Anerkennung ist als Nahrung der Seele so wichtig wie die Nahrung des Leibes.“

 

„Die nächste Frage allerdings ist: Warum sollten wir Menschen unsere Anerkennung nur aus Lob für unsere Leistung beziehen?“

 

„Die hektische Jagd nach Anerkennung ist eine Sucht… Die fehlende Anerkennung in der Arbeitswelt ist Teil einer Angst...“

 

„Brot macht satt und schmeckt. Anerkennung auch. Achten wir auf unsere Ernährung!“

 

Mitarbeiten in einer Firma helfen zur Burnout-Vermeidung Vorhersehbarkeit, Erklärbarkeit und Beeinflussbarkeit. „Natürlich kommen noch Wertschätzung und Lob hinzu. Wenn Kritik, dann konstruktive Kritik.“   (Dieter Frey, Sozialpsychologe,

in einem Focus-Interview)


Baustein 2 Tipps

Was für mich bleiben könnte …

-           Ich freue mich über jede Anerkennung, die ich durch meine Arbeit ernte.

-           Ich bin glücklich, wenn mir etwas gut gelingt.

-           Ich mache mich aber nicht abhängig von irgendeinem Lob für meine Leistung.

-           Ich rechne mit den dummen, einseitigen Sprüchen aus meiner eigenen Kindheit ab.

-           Welche Antreiber im Hinterkopf quälen mich eigentlich?

-           Wen will ich eigentlich mit meinen beruflichen Erfolgen beeindrucken, außer mir selbst?

-           Ich ziehe meine Lebensfreude nicht allein aus meinen beruflichen Aktivitäten.

-           Ich pflege meine Sozialkontakte.

-           Ich achte auf alles, was mein Leben beflügelt, trägt und reicher macht.

-           Ich höre immer wieder auf die Kindergartenweisheit: Wie lauten die beiden Zauberwörter? Bitte und Danke!

-           Ich versuche in stillen Momenten einmal wirklich hinzuhören, wann andere Menschen mich anerkennen.

-           Ich versuche herauszufinden, was es mit der ersten und letzten Anerkennung in der Religion auf sich hat.

-           Wenn Gott mich gut findet, muss ja etwas an mir dran sein …

-           Ich bin einmalig? Ernsthaft?

-           Ich stelle mir vor, ich wäre dieser Kranke, dieser Zöllner, diese Maria, dieser Petrus – und Jesus kennt auch mich mit Namen …

-           Ich probiere einfach mal, was für mich zunächst fast wie religiöse Spinnerei klingt: Sollte ich tatsächlich so okay sein, wie ich bin?

-           Ich könnte einfach wie neu anfangen?

-           Ich missbrauche meinen Arbeitsalltag weder als einzige Bühne des Lebens noch nutze ich diese Bühne als einziger und die anderen sollen nur

  applaudieren.

-           Ich spüre, wo Andere ihre Anerkennung suchen.

-           Ich fange mit einer Kultur der Aufmerksamkeit mir und meinen Mitmenschen gegenüber ganz klein an …

-           Ich freue mich über Lob, also übe ich Lob.

-           Anerkennen fängt mit Wahrnehmen an, mit Sehen, Hören, Spüren …

-           Wenn ich im Alter nicht mehr so leistungsfähig bin, woraus ziehe ich dann meine Anerkennung?

-           Vielleicht beginne ich jetzt schon, umzulernen und dazuzulernen …

-           Habe ich nicht einfach viele, viele Quellen der Anerkennung aus dem Blick verloren?

-          Meinen Blick richte ich jetzt erst einmal auf …


Es geht bei diesen zehn Bausteinen einer Burnout-Prophylaxe um Pause, Essen und Trinken, Lob und Bewegung, Mitbestimmen, Quellen und Spiritualität...

Bei Fortbildungen, Retreats gehen wir also gemeinsam 10 Lebensbereiche durch. Was stresst uns? Was stresst besonders mich? Wo kann ich selbst zu einem anderen Brennen beitragen, damit ich brenne, aber nicht verbrenne...